Foto / Mexiko / you&me

Wir gönnen uns noch etwas Zeit in Cancún. Dennis hat eine Lücke hinterlassen. Mit einem Menschen weniger, hat man plötzlich so viel Platz! Dass wir uns im Bus nicht verlaufen liegt nur daran, dass wir wie festgetackert mit den Anderen am Tisch sitzen und ratschen. So vergehen drei weitere Tage, bevor wir beschließen gemeinsam mit Julia und Fabi aufzubrechen. Weiter gen Süden.

Auf dem Weg bekommt der Bus in Azaels Werkstatt einen Ölwechsel. Der Erste mit dem neuen Motor. Am frühen Nachmittag treffen wir uns wieder mit den Beiden und fahren zwischen Playa del Carmen und Tulum hin- und her. Wir suchen den perfekten Ort für unser Vorhaben. Entschieden wird sich für den Campingplatz im unaussprechlichen Dorf Xpu-Há an der Rivera Maya. Weißer Sandstrand, türkises Wasser und Tauchschule in Fußnähe. Tauchschule? Jawohl. Julia, Fabi und Marc gehören zu den Menschen, die länger unter Wasser bleiben können. Schon klar, dass ich da nachziehen will. Ein kurzes Gespräch mit den Bahia Divers, um zu wissen: hier bin ich in guten Händen. Die nächsten drei Tage verbringe ich mit Lutz, meinem Tauchlehrer. Während ich mich der Theorie und den Übungen, die PADI fordert stelle, sind die andern Drei schon in Meer und Cenote unterwegs. Dass ich bei dem Versuch meine Maske unter Wasser abzunehmen und wieder aufzusetzen eher einer ertrinkenden Giraffe gleiche, nur nebenbei. Als das anfängliche Geblubbere überstanden ist und ich meinen Open Water Diver in Händen halte, werden gleich Tauchgänge für die nächsten Tage geplant. Das Unterwasserparadies Cozumel und zwei Cenoten stehen auf dem Programm. Beides Highlights der Taucherwelt. Nachmittags kehren wir oft im strömenden Regen zu unserer Wagenburg zurück. Dazwischen haben wir einen Pavillon aufgespannt der uns, die Handtücher und unsere trocknende Unterwäsche schützen soll. Den karibischen Seitenwind interessiert das nicht so. Am Donnerstag erwartet uns ein Highlight. Auf den familiären Campingplatz Mundo Charlio kommt ein deutscher Bäcker und verkauft Brot. Brot mit Körnern. Brot, dass nicht süß schmeckt. Brot, dass man richtig kauen muss! Nach fünf Monaten ohne, kennt die Freude keine Grenzen. Wen interessiert noch der sinnflutartige Regen… Wir haben Brot und Laugenstangen! Die Insel Cozumel liegt 40 Fährminuten von Playa del Carmen entfernt. Dort treffen wir uns mit einer kooperierenden Tauchschule, gehen an Board und überprüfen unser Equipment. Lutz ist auch wieder dabei. Als wir ins Wasser eintauchen erwartet uns eine unglaubliche, mir unbekannte Welt. Ein bisschen, als würde man seinen Kopf in ein Aquarium beim Chinesen stecken. In 18 Metern Tiefe sehen wir Moränen, Riesenkrabben, Rochen, Langusten und viele, viele bunte Fische. Nach dem zweiten Tauchgang, wollen wir eigentlich nicht mehr aus dem Wasser. Dank des Stickstoffs im Blut müssen wir aber. Als Entschädigung beehren uns auf dem Rückweg dann Delphine. Wir hüpfen von einer Boardseite zur anderen, um ja keinen zu verpassen. Manche kommen sogar ganz nah heran. Zum Abschluss dieses beeindruckenden Tauchgangs gehen wir mit Lutz noch eine Runde Tequilla trinken. Die gesamte Bahia Diver Crew ist bereits in der Bar und haben uns einige voraus. Zurück auf dem Campingplatz kochen wir völlig erschöpft eine Runde Spaghetti und sitzen in unserem kleinen Innenhof zusammen. Es ist schön mit Julia und Fabi. Wir genießen die Gespräche, die eine Freundschaft ankündigen, welche vielleicht über die Reise hinaus gehen wird. Gegen Mitternacht rappeln Marc und ich uns nochmal auf. Im Zuge des Musikfestivals BPM sind zwischen Playa del Carmen und Tulum im Januar zahlreiche Veranstaltungen. „Dos Osos“ lockt nicht nur mit der besonderen Partylocation in einer Cenote, sondern auch noch mit einer Vielzahl talentierter DJs, die feinsten Elektro auflegen. Mit einer Mitfahrgelegenheit und einem Taxi erreichen wir nach über einer Stunde Fahrt den Ort des Geschehens. Am Eingang bleibt uns der Mund offen stehen. Vorverkauf Tickets hätten 35 Dollar gekostet, an der Abendkasse jetzt 80 Dollar. Hätten nicht alle von dieser Fete geschwärmt und wären wir nicht eine Ewigkeit dort hin gefahren, wären wir wohl umgedreht. So haben wir einfach Stunden getanzt, sogar durch einen tropischen Regenguss hindurch, und es wurde die teuerste Party unseres Lebens. Als wir uns um 6 Uhr morgens mit den Taxifahrern über die erhöhten und völlig unterschiedlichen Preise streiten, wird es Zeit ins Bett zu kommen. Letztendlich schaffen wir es mit dem Collectivo zu unserem Campingplatz. Die Sonne klettert gerade über den Horizont. Über den nächsten Tag muss man wohl nicht viel erzählen. Man bekommt nicht ganz so viel auf die Kette, wenn man erst um halb Drei aus dem Dachzelt kraxelt. Sagen wir es chamanter: wir haben Kraft für die Cenoten Tauchgänge am Montag gesammelt. Wir suchen unser Equipment zusammen und steigen mit Lutz in den PickUp. An der ersten Cenote angekommen hören Julia, Marc und ich dem Briefing zu, bevor wir abtauchen und uns in das erste dunkle Stück der Höhle wagen. Fabi passt auf Lucy auf. Es dauert nicht lange und schillernde Lichtstrahlen erhellen das tiefe Blau. Fasziniert schauen wir uns das Unterwasserspektakel an, bis es in den nächsten dunklen Abschnitt geht. Eine Stunde sind wir unter Wasser. Eine kurze Fahrt und einem Sandwich später landen wir in der nächsten Cenote. Der letzte Tauchgang in Mexiko. Wieder umgeben uns dunkle Tiefen, durchsetzt von Stallagtiten und kleinen Höhlen in denen man auftauchen und Fledermäuse beobachten kann. Auch hier bricht sich an manchen Stellen das Licht und verwandelt das Wasser in eine Lasershow. Was soll man weiter sagen – seid einfach gespannt auf die nächsten Filme! Zurück auf unserem lieb gewonnen Campingplatz steht zusammen packen an. Wenn man sich erst mal sechs Tage ausgebreitet hat, dauert dies eine gefühlte Ewigkeit. Dass alles klamm ist, macht es nicht unbedingt besser. Als dann noch der Abschied von Dierck und Vera ansteht, wollen wir am liebsten doch bleiben. Die Beiden verwalten Mundo Chalio und überzeugen mit einer Wärme, die sie einen gleich ins Herz schließen lässt. Nach einem Abschlussfoto hilft aber alles nichts, wir müssen los. Eine Nacht verbringen wir auf dem Chedraui Parkplatz in Tulum, um am nächsten Morgen früh nach Cobá aufzubrechen. Die Maya Ruinen mitten im Dschungel gelten (noch) als Geheimtipp. Wir erkunden das weitläufige Gelände mit geliehenen Fahrrädern und fragen Julia aus. Durch ihr Auslandsjahr in Mexiko weiß sie so einiges über die Hintergründe.

Jetzt ist unsere Zeit in Mexiko fast vorbei. Wir beobachten noch einen beeindruckenden Sonnenaufgang an der Laguna Bacalar, bevor es nach Chetumal weiter geht. Die Hauptstadt von Quintana Roo an der belizianischen Grenze. Wieder beziehen wir für zwei Tage, die von Putzen, Waschen und Organisieren gefüllt sein werden, Quartier. Belize erwartet uns. Ein neues Land mit neuen Erlebnissen. Immer noch vier Freunde und ein Hund.


Kommentare

  1. Was für sagenhafte Erlebnisse. Ich kann den nächsten Film gar nicht erwarten – die Fotos sind schon so toll! Es war auch sehr schön, gestern ausführlich mit Euch zu sprechen. Seid geküsst!

  2. Vera & Dierck /Campingplatz MUNDO CHALIO in Xpu Ha sagt: Januar 25, 2016 at 5:25 pm

    Hallo Ihr Lieben – zu lesen, dass es Euch bei uns so gut gefallen hat, rührt uns. Leute wie Ihr sind das Salz in der „Xpu Ha – Suppe“. Habt weiterhin so viel Spaß zusammen und laßt Eure Freundschaft wachsen und gedeihen. Emma-II geht es übrigens gut – Vera hat sie über die letzten zwei Nächte sehr , sehr sorgsam zugedeckt, weil es weniger als 15° werden sollten ! Und tatsächlich war des morgens die Zudecke auch noch wieder aufzufinden !!!! Euch wünschen wir allzeit eine gute, sichere, schöne , ereignisreiche Fahrt und irgendwann eine glückliche Heimkehr. Horrido von Vera & Dierck

  3. Monika (Mama) sagt: Januar 28, 2016 at 9:34 am

    Welche Bilder, welche Fülle an Erlebnissen – ich beneide Euch im besten Sinne und bin glücklich, dass Ihr mir und Eurem Fanclub die Möglichkeit gebt, an all diesen wunderbaren Erlebnissen teil zu haben. Dennis ist gesund wieder zuhause und hat noch viele spannende Details Eures gemeinsamen Tripps beigesteuert. Toll, dass Ihr ihm diese Reise ermöglicht habt!!!

  4. Hans und Martina Arnold sagt: Februar 7, 2016 at 11:34 am

    Hallo Lena und Marc,
    mit Begeisterung haben wir euren Blog gelesen. Und plötzlich sehen wir Julia, Fabian und Lucy auf den „bewegenden und bewegten“ Bildern. Wunderschöne Aufnahmen!
    Wir wünschen euch zusammen mit unseren „Dreien“ noch eine erlebnisreiche, sichere und fröhliche Reise durch Guatemala.

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