Planung

Zeit. Ein Begriff, dessen Definition so relativ ist, wie kaum etwas Anderes. Als Kind vergeht sie unendlich langsam, als Jugendlicher vor Prüfungen rinnt sie plötzlich dahin. Für zwei Erwachsene die ihre Reise planen, scheint mir, möchte die gute Zeit einen Marathon in Bestzeit gewinnen. Daher widmen wir ihr einen eigenen Eintrag. Belohnung muss sein.

Nachdem sich am Anfang alles noch so abstrakt anfühlt, wird das Einschätzen für die richtige Menge davon schwierig. Unsere konkrete Planungszeit, in der wir aktiv angefangen haben Dinge zu tun und nicht ’nur‘ zu durchdenken, beträgt sechseinhalb Monate. Das ist ein Bisschen zu wenig. Wir wollten auch Misserfolge teilen, daher noch mal ganz klar: Plant mehr Zeit ein. Wie viel konkret? Gute Frage, aber zunächst einige Gedanken dazu.

Die Meisten von euch werden voll berufstätig sein, und wenn nicht selbstständig, auch noch fest an ihre Arbeitszeiten gebunden. Das heißt, ihr könnt nicht eben mal zum Einwohnermeldeamt um einen neuen Reisepass zu beantragen oder zwischendrin zum Outdoorfachhandel, weil euch noch ein Teil fehlt. Erledigungen, die zu einem festen Zeitpunkt eingeplant waren, verzögern sich. Sei es eine Lieferung, die länger dauert oder eine größere Bearbeitungsdauer von Dokumenten, als gedacht. Das Auto steht zwei Wochen in der Werkstatt, weil doch unbedingt etwas repariert werden möchte – oder es muss noch um-/ausgebaut werden? Auch dafür braucht es viel Zeit. Die Liste ist unendlich lang. Ihr werdet wahrscheinlich auch feststellen, dass die Vorbereitung mehr eurer Freizeit in Anspruch nimmt, als anfangs geglaubt. Die abendlichen Gespräche beim Italiener werden um das Auto und die Ausstattung gehen. Der Sonntag auf der Couch mutiert zum Brainstorming über den Blog. Die letzten Worte vor dem Einschlafen sind oft organisatorische Dinge, die man noch vergessen hat. Es strapaziert die Qualität der Zeit, die man als Paar hat. Denn auch, wenn man die Reise wirklich will und sich wahnsinnig darauf freut, ist man manchmal genervt davon.
Familie, Freunde und man selbst sind auch ein Faktor. Wenn einem bewusst wird, dass man ein Jahr nicht die Gelegenheit dazu hat mit dem besten Freund ein Bierchen zu trinken oder mit der längsten Freundin in einem Café zu versumpfen, sucht man genau DAS vielleicht mehr. Die sonntäglichen Familientreffen werden sehr geschätzt und die Zeit für einen selbst scheint von Woche zu Woche zu schrumpfen. Wenn euch das alles wichtig ist, plant auch dafür Tage und Stunden ein!
Große Unterschiede gibt es auch im Umgang mit vollen Terminkalendern und Stress. Ist man eher der Typ, der vier Wochen Vollgas gibt und dann muss alles erledigt sein? Oder gehört man zu denjenigen, die über Monate konsequent jeden Tag einen Punkt auf der Liste abarbeiten und dann zwei Wochen vor Abreise schon alles geregelt haben?

Wenn eine konkrete Zeitangabe sein muss, wäre der Vorschlag zehn Monate. Zwei könnte man Gedankenarbeit leisten, den Rest davon gibt man Gas UND hat ein bisschen Zeit, für sich, für die Familie und für Freunde. Jedoch sollte jeder die oben genannten Dinge für sich noch mal durchdenken und dementsprechend anpassen. Verklagt werden wollen wir schließlich nicht – dafür, dass die Zeit für Jeden so unterschiedlich schnell laufen kann :-)


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